Juniorwahlen an den BBS Peine

von Ulf Wolters

„Die Schülerinnen und Schüler haben sich in den letzten Wochen umfangreich mit Erst und Zweitstimme, Wahlrecht und Wahlrechtsgrundsätzen und auch vielfältigen Themen wie Flüchtlingskrise, Türkeiproblematik oder Energiewende u. Ä. auseinandergesetzt und die Stellungnahmen der Parteien studiert, um sich ein eigenes Bild machen und ihre Entscheidung treffen zu können.“
In einer Woche fällt der Startschuss für die Wahl, die ersten Klassen können dann per Online-Wahl ihre Stimmen abgeben.
„Bei der Online-Wahl ist die Juniorwahl den eigentlichen Wahlen schon in der Technik voraus“, so Wolters. Per Pin und Tan können die Schülerinnen und Schüler den Wahlzettel freischalten, um dann ihre Stimme abzugeben. Dies geschieht in einem eigens dafür eingerichteten Wahllokal. Vier PCs sind für die Wahl freigeschaltet, so dass auch eine Wartezeit entsteht. „Da die Schülerinnen und Schüler die Wahl selbst organisieren, also auch Teile des Wahlvorstandes stellen und sich alle bei diesem ausweisen müssen, ist die eigentliche Situation in einem Wahllokal gelungen nachgestellt. Lediglich die Online-Wahl unterscheidet den eigentlichen Wahlakt von dem am kommenden Sonntag.“

„Wir hätten auch eine Papierwahl machen können, aber die Online-Wahl erschien uns zeitgemäßer und hat neben dem nicht verschwendeten Papier auch enorme Auswertungsvorteile“, so Wolters. So steht das Ergebnis der Schule nach Eingabe der letzten Stimmen sofort fest. Eine Veröffentlichung erfolgt jedoch nach Absprache erst mit dem Ergebnis der Bundestagswahl, „da ja einige unserer Schülerinnen und Schüler an dieser Wahl auch teilnehmen dürfen und das Ergebnis nicht beeinflussen soll!“

 

Auch bundesweit ist man mit der Teilnahme an der Juniorwahl sehr zufrieden: Mehr als 1.000.000 Schülerinnen und Schüler nehmen an Deutschlands größtem Schulprojekt zur politischen Bildung teil. Die Organisatoren sind sehr stolz auf das große Interesse an der Juniorwahl: „Die Teilnehmerzahl bei der Juniorwahl verdoppelt sich von Wahl zu Wahl,“ so Projektleiter Gerald Wolff. „Von Politikverdrossenheit bei Jugendlichen ist bei uns jedenfalls nichts zu merken. Im Gegenteil – mit der entsprechenden Finanzierung hätten sogar noch 500 Schulen mehr teilnehmen wollen.“ Die Juniorwahl führt Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 7 unter anderem durch die Simulierung des Wahlvorgangs an die Prozesse der demokratischen Willensbildung heran und bereitet sie auf ihre eigene Partizipation im politischen System der Bundesrepublik Deutschland vor. Ziel der Juniorwahl ist das Üben und Erleben von Demokratie. Seit 1999 wird das Projekt bundesweit zu allen Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen durchgeführt. Seither haben sich mehr als 1,8 Millionen Jugendliche beteiligt – damit zählt die Juniorwahl zu den größten Schulprojekten in Deutschland.

Die Juniorwahl 2017 zur Bundestagswahl steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Norbert Lammert und wird durch den deutschen Bundestag, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bundeszentrale für politische Bildung und Stiftungen gefördert. Damit ist der Grundstein für ihre spätere Teilnahme an der “echten” Wahl gelegt, denn wie wissenschaftliche Studien ergeben haben, steigert die Juniorwahl die Wahlbeteiligung in der Gruppe der Erstwähler um bis zu 10%. Ein beachtliches Ergebnis angesichts der kontinuierlich sinkenden Wahlbeteiligung gerade bei jungen Wählern und eine Chance, Jugendliche wieder für das Thema Politik zu begeistern.

Bei den Eltern der Teilnehmer konnte eine Steigerung der Wahlbeteiligung um durchschnittlich 5 % nachgewiesen werden. Grund hierfür sind die politischen Diskussionen in den Familien, angeregt durch die Juniorwahl.

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